+49 (0) 6438 927920-0

Stand: August 2026

Beim Wallbox-Kauf greifen viele reflexartig zur größeren Zahl – 22 statt 11 kW, sicher ist sicher. In der Praxis ist das fast immer die schlechtere Entscheidung. Hier der nüchterne Vergleich.

Der Ladezeit-Mythos

Rechnen wir ehrlich: Ein typischer Pendler fährt 50–80 km am Tag und braucht dafür 10–16 kWh. Eine 11-kW-Wallbox lädt das in 1–1,5 Stunden nach. Selbst ein fast leerer 70-kWh-Akku ist über Nacht problemlos voll. Die 22-kW-Box halbiert eine Wartezeit, die es im Alltag gar nicht gibt.

Dazu kommt: Viele E-Autos können AC-seitig ohnehin nur 11 kW laden – die 22-kW-Box wird dann nie ausgereizt.

Anmeldung und Genehmigung

  • 11 kW: nur mitteilungspflichtig beim Netzbetreiber – wir melden das formlos mit an
  • 22 kW: genehmigungspflichtig – der Netzbetreiber kann Auflagen machen oder ablehnen

Beide gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG – mit dem entsprechenden Netzentgelt-Bonus von typischerweise 120–200 € pro Jahr (§ 14a EnWG verständlich erklärt).

PV-Überschussladen: der eigentliche Punkt

Wer eine PV-Anlage hat, will vor allem eins: mit eigenem Solarstrom laden. Und genau hier ist weniger mehr. Der PV-Überschuss eines Einfamilienhauses liegt meist zwischen 1,4 und 7 kW – eine 11-kW-Box kann in diesem Bereich fein regeln und nahezu jede Überschussphase nutzen. Entscheidend ist nicht die Maximalleistung, sondern die stufenlose Regelbarkeit und die Kommunikation mit dem Energiemanagement von Wechselrichter und Speicher.

Kosten

Die 22-kW-Hardware ist teurer, benötigt häufiger größere Leitungsquerschnitte, und das Genehmigungsverfahren kostet Zeit. Ersparnis durch 11 kW: je nach Installation mehrere hundert Euro – Geld, das sinnvoller im Energiemanagement oder in einer besseren Box angelegt ist.

Wann 22 kW doch sinnvoll ist

Ehrlich bleiben: Es gibt legitime Fälle – zwei E-Autos mit hoher Tagesfahrleistung an einem Ladepunkt, gewerbliche Fahrzeuge mit engen Standzeiten oder Fahrzeuge, die tatsächlich 22 kW AC laden und regelmäßig schnell nachgeladen werden müssen. Für das klassische Eigenheim mit einem E-Auto gilt das fast nie.

Unser Fazit

11 kW, regelbar, ins Energiemanagement integriert – das ist für die allermeisten Haushalte die technisch wie wirtschaftlich richtige Lösung. Wichtiger als die Kilowatt-Zahl ist, dass Wallbox, Wechselrichter und Speicher als System zusammenarbeiten.

Wie wir Wallboxen installieren, anmelden und mit Ihrer PV-Anlage verzahnen: Wallbox mit PV-Überschussladen vom Fachbetrieb. Sie fahren viel und denken über einen größeren Speicher nach? So finden Sie die passende Speichergröße.