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Stand: August 2026

„Unser Dach zeigt nicht nach Süden – lohnt sich das überhaupt?“ Diese Sorge hören wir ständig, und sie ist fast immer unbegründet. Hier der Reihe nach, was ein Dach wirklich mitbringen muss – und welche vermeintlichen Ausschlusskriterien keine sind.

Ausrichtung: Süden ist gut, Ost-West oft besser als sein Ruf

Ein Süddach liefert den höchsten Gesamtertrag. Aber: Ost-West-Dächer erzeugen Strom genau dann, wenn Sie ihn brauchen – morgens und abends. Für den Eigenverbrauch, den wichtigsten Wirtschaftlichkeitsfaktor, ist die flachere, breitere Ertragskurve oft sogar vorteilhaft. Ertragseinbuße gegenüber Süd: meist nur 15–20 % – bei heutigen Modulpreisen problemlos kompensierbar, indem beide Dachflächen belegt werden.

Neigung: fast alles funktioniert

Optimal sind 30–35 Grad, aber der Korridor von 10 bis 60 Grad liefert gute Erträge. Flachdächer werden aufgeständert und lassen sich frei ausrichten – oft ideal.

Dacheindeckung: der Kostenfaktor

  • Trapezblech: am günstigsten und schnellsten zu montieren
  • Frankfurter Pfanne / Betondachstein: Standard, unproblematisch
  • Tondachziegel / Biberschwanz: gut machbar, etwas höherer Montageaufwand
  • Schiefer: möglich, aber aufwendiger – Einzelfallprüfung
  • Asbesthaltige Eindeckungen (Eternit alt): hier ist keine Montage zulässig; erst Dachsanierung, dann PV

Statik und Dachzustand

Moderne PV-Systeme wiegen 20–25 kg/m² – für die allermeisten Dachstühle unkritisch. Wichtiger ist der Zustand der Eindeckung: Ein Dach, das in 5–10 Jahren saniert werden muss, sollte vor der PV-Montage saniert werden. Das prüfen wir ehrlich beim Vor-Ort-Termin – notfalls raten wir zur Sanierung zuerst.

Verschattung: das unterschätzte Kriterium

Kamine, Gauben, Nachbarbäume oder ein First werfen wandernde Schatten. Moderne Anlagenplanung entschärft das mit Leistungsoptimierern oder passender Stringplanung – aber nur, wenn die Verschattung vorher sauber analysiert wurde. Ein seriöses Angebot enthält deshalb immer eine Verschattungsbetrachtung, keine Pauschalbelegung.

Selbst vorprüfen in 5 Minuten

Für Hessen gibt es ein offizielles Online-Tool, mit dem Sie das Solarpotenzial Ihres Dachs vorab checken können. Die verbindliche Bewertung ersetzt das nicht – Dachzustand, Zählerschrank und Verschattung sieht nur der Fachmann vor Ort.

Fazit

Ausschlusskriterien sind selten: ernsthafte Statikprobleme, Asbest, extreme Dauerverschattung. Alles andere ist eine Frage der richtigen Planung. Ob sich Ihr Dach rechnet, hängt am Ende weniger an der Himmelsrichtung als an der sauberen Auslegung von Anlagengröße und Speicher (wie Sie den Speicher richtig dimensionieren).

Was auf Ihrem Dach möglich ist und was es kostet: Photovoltaik-Kosten 2026 – Preisbeispiele für jede Hausgröße